Sonntags demonstriert man nicht. Wozu auch? Ist doch eh niemand in der City. Doch die arabische Community zeigt auch sonntags Flagge auf dem Römer. Und nicht nur die Iranische, die Fahnen Libanon und Palästinas dürfen nicht fehlen. Sie sind wieder da und diesmal mit den Fans der islamischen Republik vereint. Da kommt zusammen, was zusammengehört. Und man hat ja die gleichen Gegner. Allerdings eine Demo, die unter sich bleibt. Von den deutschen Linken war niemand zu sehen. Dafür gab es eine kleinere Gegendemo auf dem Paulsplatz und das sah eher nach bürgerlicher Opposition aus, wenn man so will. Hier wurden die Fahnen Israels und der USA gezeigt. Auch die blieben unter sich. Was die viel zitierte Internationale Solidarität angeht, so ist das schon ein seltsamer Krieg. Abgesehen von der Migrantencommunity, eine Solidaritätsbewegung will sich nicht so recht einstellen. Und das bei der USA und einen Präsi, wie ihm sich die Linke als Hassobjekt nicht besser wünschen könnte. Doch Internationale Solidarität braucht Parteinahme. Und wer will schon für den Iran Partei ergreifen? Davon abgesehen, sitzen die Erfahrungen, die man mit dem Antiimperialismus so gemacht hat, auch bei denen die nicht selbst dabei waren. Der Antiimperialismus als Vorstellung, die eine Welt zwischen gut und böse schaffen wollte hat heute bei den Antikolonialisten überlebt und da geht’s nicht weniger sektiererisch zu. Die großen Vietnamdemos sind Geschichte und es gibt im Westen keine Rückkehr zu diesen Massendemos. Allenfalls die autoritären Linken versuchen für eine Parteinahme zu trommeln. Die sind auch innerhalb der Linken eine Minderheit, die von Altlinken mit Verachtung abgestraft wird. |